Forschung
Institut für Romanistik
Übersicht
- Forschungssschwerpunkte des Instituts
- Aufklärung in der Romania im Spannungsfeld von Zentrum und Peripherie
- Edition – Text – Korpus
- Literatur in Bewegung: Aktuelle Tendenzen des frankophonen Romans der Gegenwart
- Die neue Sprache der Aristokratie: Höfische Rhetorik und Ästhetik im französischen Spätmittelalter
- Mehrsprachigkeitsdidaktik Französisch – Spanisch – Englisch
- Film im Fremdsprachenunterricht
- Szenische Verfahren im Fremdsprachenunterricht
- Aktuelle Forschung der einzelnen Professuren
- Habilitationen
- Internationale Forschungskontakte
- Tagungen und Kongresse
Forschungssschwerpunkte des Instituts
Aufklärung in der Romania im Spannungsfeld von Zentrum und Peripherie
Die Untersuchung der Aufklärung, die an der MLU eine zentrale Rolle spielt, bildet naturgemäß einen der wichtigsten Forschungsschwerpunkte des Instituts für Romanistik: naturgemäß deshalb, weil Frankreich im 18. Jahrhundert mit den philosophes die ‚Kern-Kultur‘ war, in der die meisten Ideen, Konzepte und Praktiken der Aufklärung überhaupt erst entwickelt wurden. Wesentlich für das Verständnis der Aufklärung ist aber auch die Art und Weise, wie diese Ideen, Konzepte und Praktiken außerhalb von Frankreich aufgenommen, verbreitet und verändert wurden. Die Forschungsaktivitäten des Instituts für Romanistik richten sich daher nicht nur auf die französische Aufklärung, sondern auch auf die kulturellen Räume der Romania, die bis heute wenig untersucht sind: Italien, Spanien und Lateinamerika, wo man die französische Aufklärungskultur intensiv rezipierte und – häufig in kritischer Absetzung – umformte und verwandelte.
(Prof. Bremer, Prof. Fajen, Prof. Ludwig, Prof. Röseberg, Prof. em. Thoma, Prof. Werner)
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Edition – Text – Korpus
Forschung basiert u. a. auf Verlässlichkeit und Überprüfbarkeit: Die Reflexion der Materialität von Texten, die Zusammenstellung und der Vergleich von unterschiedlichen Versionen, die Sichtung von Überlieferungswegen sind bis heute unverzichtbare Aufgaben der Geisteswissenschaften. Die Editionsphilologie ist daher als Grundlagenforschung anzusehen. Am Institut für Romanistik der MLU wird ein moderner und vielfältiger Blick auf dieses traditionelle Gebiet geworfen. Die Forschungen reichen von kritischen Neuausgaben mittelalterlicher Handschriften über digitalisierte Editionen zum 18. Jahrhundert bis hin zur Erstellung schriftlicher Korpora mündlicher Texte der karibischen Kreolsprachen.
(Prof. Bremer, Prof. Fajen, Prof. Ludwig, Prof. Röseberg, Prof. Werner)
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Literatur in Bewegung: Aktuelle Tendenzen des frankophonen Romans der Gegenwart
Literaturwissenschaftliche Forschung muss nicht zwangsläufig ausschließlich auf die Vergangenheit gerichtet sein. Am Institut für Romanistik der MLU werden auch aktuelle Entwicklungen und Tendenzen des französischsprachigen Romans genauer beleuchtet. Es handelt sich dabei um ein besonderes Untersuchungsfeld: eine Literatur, die in doppeltem Sinne „in Bewegung“ ist, einmal, weil sie mit neuen Themen, Stilen und Erzähltechniken die Grenzen der Romangattung beständig verschiebt, zum anderen, weil sie noch nicht Teil eines Kanons ist und ihre Ästhetik und Funktion gegenüber Publikum und Literaturkritik noch definieren muss. Das Institut für Romanistik nimmt Teil an diesem Prozess, u. a. auch dadurch, dass es in regelmäßigen Abständen Lesungen und Diskussionen mit bekannten französischsprachigen Autoren und Autorinnen veranstaltet (z. B. im SS 2011 Véronique Olmi und Gilles Leroy).
(Prof. Fajen, Prof. Ludwig)
Die neue Sprache der Aristokratie: Höfische Rhetorik und Ästhetik im französischen Spätmittelalter
Im späten 14. Jahrhundert und im Verlauf des 15. Jahrhunderts findet an den französischsprachigen Höfen ein tiefgreifender Wandel statt: höfische Anpassungs- und Aufstiegsstrategien spielen eine zunehmend wichtige Rolle; der Ritter verwandelt sich allmählich in einen Höfling, der es versteht, sich selbst in Szene zu setzen und nicht nur seine kämpferischen, sondern auch – und vor allem – seine rhetorischen und ästhetischen Fähigkeiten in den Dienst wechselnder Herren zu stellen. In diesem mediävistischen Forschungsschwerpunkt des Instituts für Romanistik werden die Veränderungen der höfischen Sprache und Ästhetik in literarischen Texten zwischen 1350 und 1450 untersucht.
(Prof. Fajen, Prof. Werner)
Mehrsprachigkeitsdidaktik Französisch – Spanisch – Englisch
Die Didaktik der Mehrsprachigkeit geht davon aus, dass durch die gezielte Vernetzung der schulischen Fremdsprachen Synergieeffekte entstehen, die wiederum die Kompetenz in den einzelnen Sprachen sowie generell das Sprachbewusstsein steigern. Der Forschungsschwerpunkt des Instituts für Romanistik befasst sich zum einen mit der bisher wenig beachteten produktiven mehrsprachigen Kompetenz wie z.B. der Sprachmittlung zwischen zwei Fremdsprachen oder dem Schreiben mehrsprachiger Gebrauchstexte. Zum anderen werden aus romanistischer Sicht die Möglichkeiten der Vernetzung von Spanisch bzw. Französisch mit der ersten Fremdsprache Englisch untersucht (Projekt „English-Español“ in Kooperation mit der Universität Hannover – vgl. die gleichnamige Sektion auf dem Hispanistentag 2011; Wissenschaftliche Begleitung des bayerischen Schulversuchs „Französisch & Englisch ab Klasse 5“).
(Prof. Leitzke-Ungerer)
Film im Fremdsprachenunterricht
Wie kann man Schüler an einen aktiven und kritischen Umgang mit Filmen heranführen, zugleich ihre fremdsprachlichen Fertigkeiten fördern und dabei noch die Faszination am Medium Film aufrechterhalten? Mit diesen und anderen Fragen der Film- und Fremdsprachendidaktik setzt sich der zweite Forschungsschwerpunkt der romanistischen Didaktik auseinander. Neben der interdisziplinären Tagung „Film im Fremdsprachenunterricht“ (Nov. 2008, MLU) und dem gleichnamigen Tagungsband (2009) befassen sich weitere Publikationen mit dem didaktischen Potential bekannter französischer und spanischer Spielfilme (L’auberge espagnole; Todo sobre mi madre; Babel; Spanglish).
(Prof. Leitzke-Ungerer)
Szenische Verfahren im Fremdsprachenunterricht
Fremdsprachliche Texte nicht nur lesen, analysieren, diskutieren, sondern sie auch in Szene setzen – diesen Ansatz verfolgt der dritte Forschungsschwerpunkt der romanistischen Didaktik. Im Zentrum stehen innovative szenische Verfahren wie z.B. die akustische Inszenierung von Erzählungen oder Gedichten als Hörspiele oder die Überführung von französischen, italienischen und spanischen Novellen in Standbilder und Szenenfolgen. Zu diesen und anderen Verfahren liegen bereits zahlreiche Publikationen vor. Grundlegend ist die Auffassung, dass die szenische Arbeit ein ganzheitliches Herangehen erlaubt, dass literarische Texte szenisch oft tiefgründiger gedeutet werden als mit den Mitteln der Textanalyse und dass fremdsprachliches Handeln in der ‚Realität‘ des szenischen Spiels besonders gefordert und gefördert wird.
(Prof. Leitzke-Ungerer)
Aktuelle Forschung der einzelnen Professuren
Zu den aktuellen Forschungsprojekten der einzelnen Professuren führen die folgenden Links:
Forschung Bremer – Forschung Fajen – Forschung Leitzke-Ungerer – Forschung Ludwig – Forschung Röseberg – Forschung Thoma – Forschung Werner
Habilitationen
Seit 2008 wurden am Institut die folgenden Habiltationen erfolgreich abgeschlossen:
Habilitation von Dr. Christophe Losfeld am 9.1.2008
Thema der Habilitationsschrift: „Politesse, morale et construction sociale. Pour une histoire des traités des comportements, 1670-1788“
Thema des Habilitationsvortrags: „Mythos und Literatur in den Romanen von J. Giraudoux“
Habilitation von Dr. Katrin van der Meer am 2.7.2008
Thema der Habilitationsschrift: „Ohne Liebe. Ehekonzeptionen in der Literatur des Lungo Ottocento“.
Thema des Habilitationsvortrags: „Das mentale Aquarium. Lyrik des Symbolismus“
Informationen über frühere Habilitationen sowie über Promotionen und Promotionsvorhaben am Institut finden Sie auf den Seiten der einzelnen Professuren.
Internationale Forschungskontakte
Forschungskontakte mit französischen Universitäten
Université Toulouse
Université Montpellier
Université Aix-en-Provence
Université des Antilles et de la Guyane, Zentrum Martinique
Université Paris VII, Etudes interculturelles des langues appliquées
Université Paris VIII
Université Paris III (Sorbonne-Nouvelle)
Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris
Université Bordeaux III
Forschungskontakte mit italienischen Universitäten
Università di Bergamo
Università di Bologna
Università di Cassino
Università di Firenze
Università di Padova
Università di Parma
Università di Trieste
Forschungskontakte mit spanischen Universitäten
Universidad Complutense de Madrid
Universidad de Sevilla
Forschungskontakte mit Universitäten in Lateinamerika
Cuba:
Universidad La Habana
Casa de las Américas
Peru:
Universidad Católica del Perú, Lima
Centro de Estudios Rurales Andinos Las Casas, Cuzco
Stiftung Grupo Cultural Yuyachkani, Lima
Universidad Nacional Mayor de San Marcos, Perú
Argentinien:
Universidad Buenos Aires Centro de Estudios CEPED
Buenos Aires Universidad La Plata, Argentinien
Universidad de la Patagonia, Argentinien
Bolivien:
Universidad de La Paz
Goethe-Institut La Paz
Chile:
Universidad de Chile, Santiago de Chile
Academia de Ciencias, Santiago de Chile
Universidad de Valparaiso
Uruguay:
Universidad de Uruguay
Costa Rica:
Universidad de Costa Rica, San José
Mexiko:
Universidad Michoacana, Morelia, Mexico
Brasilien:
Universidad Estatal de Rio de Janeiro
Forschungskontakte mit Lateinamerika-Zentren außerhalb Lateinamerikas
Latin American Research Center, University of Pittsburgh, USA
Lateinamerika-Zentrum Universität Bratislava, Slovakische Republik
Lateinamerika-Zentrum Universität Warschau, Polen
Consejo Europeo de Estudios Latinoamericanos CEISAL, UNESCO-Wien, Österreich
Ibero-Amerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Universität Szeged, Ungarn
Sonstige Forschungskontakte
Université de Maurice, Mauritius
Informationen zum Studentenaustausch mit ausländischen Universitäten hier.
Tagungen und Kongresse
Informationen zu angekündigten und früheren Tagungen und Kongressen finden Sie hier.
