Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Weiteres

Login für Redakteure

Forschung

Institut für Romanistik

Forschungssschwerpunkte des Instituts

Die Neue Romania

Das Gewicht der „Neuen Romania“ innerhalb der internationalen Romanistik ist seit einigen Jahrzehnten mehr und mehr gewachsen; Franko- und Hispanophonie jenseits von Europa haben sprachlich und kulturell eine neue globale Gewichtsverteilung geschaffen. Die Forschung im Bereich der ‚romanischen’ Gebiete, die in erster Linie das Ergebnis des europäischen, weltweit ausgedehnten Kolonialismus nach der Entdeckung Amerikas sind, hat verschiedene Aspekte, die in Halle energisch verfolgt werden. Dazu gehört die Beschreibung der sprachlichen Varietäten, literarischen Entfaltungen und kulturellen Prozesse in Lateinamerika und Kanada, in der franko-kreolophonen Karibik und in Afrika. Halle ist um einen regen wissenschaftlichen Austausch mit den wissenschaftlichen Zentren der Neuen Romania bemüht, der auch die Studierenden einschließt.

(Prof. Bremer, Prof. Ludwig, Prof. Röseberg)

Sprecher-, Sprach- und Kulturkontakt

Von zentraler Bedeutung für die Romanistik in Halle hat sich die Reflexion über das Verhältnis zwischen dem Selbst und dem Anderen, zwischen dem Bekannten und dem Fremden herausgebildet. Dazu zählt die Thematisierung des pädagogisch-didaktischen Vermittlungsprozesses genauso wie der Mechanismen der kulturellen Begegnung und der Kulturmittlung. Im Bereich der Sprachwissenschaft ist Halle Ort intensiver Beschäftigung mit den Prozessen des Sprachkontakts und einer als Kontaktwissenschaft verstandenen Sprachökologie. Ein weiterer Aspekt besteht in der Untersuchung von transkulturellen Transferprozessen zwischen alten und neuen Räumen.

(Prof. Bremer, Prof. Leitzke-Ungerer, Prof. Ludwig, Prof. Röseberg)

Aufklärung in der Romania im Spannungsfeld von Zentrum und Peripherie

Die Untersuchung der Aufklärung, die an der MLU eine zentrale Rolle spielt, bildet naturgemäß einen der wichtigsten Forschungsschwerpunkte des Instituts für Romanistik: naturgemäß deshalb, weil Frankreich im 18. Jahrhundert mit den philosophes die ‚Kern-Kultur‘ war, in der die meisten Ideen, Konzepte und Praktiken der Aufklärung überhaupt erst entwickelt wurden. Wesentlich für das Verständnis der Aufklärung ist aber auch die Art und Weise, wie diese Ideen, Konzepte und Praktiken außerhalb von Frankreich aufgenommen, verbreitet und verändert wurden. Die Forschungsaktivitäten des Instituts für Romanistik richten sich daher nicht nur auf die französische Aufklärung, sondern auch auf die kulturellen Räume der Romania, die bis heute wenig untersucht sind: Italien, Spanien und Lateinamerika, wo man die französische Aufklärungskultur intensiv rezipierte und – häufig in kritischer Absetzung – umformte und verwandelte.

(Prof. Bremer, Prof. Fajen, Prof. Ludwig, Prof. Röseberg, Prof. em. Thoma, Prof. Werner)

Die DFG hat 2017 ein Projekt bewilligt, das in diesen Schwerpunkt gehört: Transatlantische Ideenzirkulation und -transformation: Die Wirkung der Aufklärung in den neueren frankokaribischen Literaturen. (Prof. Ludwig)

Edition – Text – Korpus

Forschung basiert u. a. auf Verlässlichkeit und Überprüfbarkeit: Die Reflexion der Materialität von Texten, die Zusammenstellung und der Vergleich von unterschiedlichen Versionen, die Sichtung von Überlieferungswegen sind bis heute unverzichtbare Aufgaben der Geisteswissenschaften. Die Editionsphilologie ist daher als Grundlagenforschung anzusehen. Am Institut für Romanistik der MLU wird ein moderner und vielfältiger Blick auf dieses traditionelle Gebiet geworfen. Die Forschungen reichen von kritischen Neuausgaben mittelalterlicher Handschriften über digitalisierte Editionen zum 18. Jahrhundert bis hin zur Erstellung schriftlicher Korpora mündlicher Texte der karibischen Kreolsprachen.

(Prof. Bremer, Prof. Fajen, Prof. Ludwig, Prof. Röseberg, Prof. Werner)

Literatur in Bewegung: Aktuelle Tendenzen des frankophonen Romans der Gegenwart

Literaturwissenschaftliche Forschung muss nicht zwangsläufig ausschließlich auf die Vergangenheit gerichtet sein. Am Institut für Romanistik der MLU werden auch aktuelle Entwicklungen und Tendenzen des französischsprachigen Romans genauer beleuchtet. Es handelt sich dabei um ein besonderes Untersuchungsfeld: eine Literatur, die in doppeltem Sinne „in Bewegung“ ist, einmal, weil sie mit neuen Themen, Stilen und Erzähltechniken die Grenzen der Romangattung beständig verschiebt, zum anderen, weil sie noch nicht Teil eines Kanons ist und ihre Ästhetik und Funktion gegenüber Publikum und Literaturkritik noch definieren muss. Das Institut für Romanistik nimmt Teil an diesem Prozess, u. a. auch dadurch, dass es in regelmäßigen Abständen Lesungen und Diskussionen mit bekannten französischsprachigen Autoren und Autorinnen veranstaltet (z. B. im SS 2011 Véronique Olmi und Gilles Leroy).

(Prof. Fajen, Prof. Ludwig)

Die neue Sprache der Aristokratie: Höfische Rhetorik und Ästhetik im französischen Spätmittelalter

Im späten 14. Jahrhundert und im Verlauf des 15. Jahrhunderts findet an den französischsprachigen Höfen ein tiefgreifender Wandel statt: höfische Anpassungs- und Aufstiegsstrategien spielen eine zunehmend wichtige Rolle; der Ritter verwandelt sich allmählich in einen Höfling, der es versteht, sich selbst in Szene zu setzen und nicht nur seine kämpferischen, sondern auch – und vor allem – seine rhetorischen und ästhetischen Fähigkeiten in den Dienst wechselnder Herren zu stellen. In diesem mediävistischen Forschungsschwerpunkt des Instituts für Romanistik werden die Veränderungen der höfischen Sprache und Ästhetik in literarischen Texten zwischen 1350 und 1450 untersucht.

(Prof. Fajen, Prof. Werner)

Mehrsprachigkeitsdidaktik aus romanistischer Perspektive

Die Didaktik der Mehrsprachigkeit geht davon aus, dass durch die gezielte Vernetzung der schulischen Fremdsprachen Synergieeffekte entstehen, die wiederum die Kompetenz in den einzelnen Sprachen sowie generell das Sprachbewusstsein steigern. Der Forschungsschwerpunkt des Instituts für Romanistik befasst sich zum einen mit der bisher wenig beachteten produktiven mehrsprachigen Kompetenz wie z.B. der adressatenorientierten Verwendung mehrerer Fremdsprachen im Rahmen einer einzigen Kommunikationssituation. Zum anderen werden aus romanistischer Sicht die Möglichkeiten der Vernetzung von Spanisch bzw. Französisch mit der ersten Fremdsprache Englisch untersucht.
Neben zahlreichen Artikeln ist auch ein Tagungsband erschienen („English-Español - Vernetzung im kompetenzorientierten Spanischunterricht, 2012).

Film im Fremdsprachenunterricht - Schwerpunkt Französisch und Spanisch

Wie kann man Schüler an einen aktiven und kritischen Umgang mit Filmen heranführen, zugleich ihre fremdsprachlichen Fertigkeiten fördern und dabei noch die Faszination am Medium Film aufrechterhalten? Mit diesen und anderen Fragen der Film- und Fremdsprachendidaktik setzt sich der  zweite Forschungsschwerpunkt der romanistischen Didaktik auseinander. Neben der interdisziplinären Tagung „Film im Fremdsprachenunterricht“ (Nov. 2008, MLU) und dem gleichnamigen Tagungsband (2009) befassen sich weitere Publikationen mit dem didaktischen Potential bekannter französischer und spanischer Spielfilme (u.a. Intouchables - Dt. Ziemlich beste Freunde; L’auberge espagnole; Todo sobre mi madre) sowie auch spanischsprachiger Kurzfilme.

(Prof. Leitzke-Ungerer)

Szenische Arbeit im Unterricht der romanischen Sprachen

Fremdsprachliche Texte nicht nur lesen, analysieren, diskutieren, sondern sie auch in Szene setzen – diesen Ansatz verfolgt der dritte Forschungsschwerpunkt der romanistischen Didaktik. Im Zentrum stehen innovative szenische Verfahren wie z.B. die akustische Inszenierung von Erzählungen oder Gedichten als Hörspiele oder die Überführung von französischen, italienischen und spanischen Novellen in Standbilder und Szenenfolgen. Zu diesen und anderen Verfahren liegen bereits zahlreiche Publikationen vor. Grundlegend ist die Auffassung, dass die szenische Arbeit ein ganzheitliches Herangehen erlaubt, dass literarische Texte szenisch oft tiefgründiger gedeutet werden als mit den Mitteln der Textanalyse und dass fremdsprachliches Handeln in der ‚Realität‘ des szenischen Spiels besonders gefordert und gefördert wird.

(Prof. Leitzke-Ungerer)

Aktuelle Forschung der einzelnen Professuren

Zu den aktuellen Forschungsprojekten der einzelnen Professuren führen die folgenden Links:
Forschung Bremer –  Forschung FajenForschung Leitzke-Ungerer
Forschung Ludwig Forschung Röseberg Forschung Thoma Forschung Werner


Habilitationen

Seit 2008 wurden am Institut die folgenden Habiltationen erfolgreich abgeschlossen:

Habilitation von Dr. Christophe Losfeld am 9.1.2008
Thema der Habilitationsschrift: „Politesse, morale et construction sociale. Pour une histoire des traités des comportements, 1670-1788“
Thema des Habilitationsvortrags: „Mythos und Literatur in den Romanen von J. Giraudoux“

Habilitation von Dr. Katrin van der Meer am 2.7.2008
Thema der Habilitationsschrift:  „Ohne Liebe. Ehekonzeptionen in der Literatur des Lungo Ottocento“.
Thema des Habilitationsvortrags: „Das mentale Aquarium. Lyrik des Symbolismus“

Informationen über frühere Habilitationen sowie über Promotionen und Promotionsvorhaben am Institut finden Sie auf den Seiten der einzelnen Professuren.


Internationale Forschungskontakte

Forschungskontakte mit französischen Universitäten
Université Toulouse
Université Montpellier
Université Aix-en-Provence
Université des Antilles et de la Guyane, Zentrum Martinique
Université Paris VII, Etudes interculturelles des langues appliquées
Université Paris VIII
Université Paris III (Sorbonne-Nouvelle)
Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris
Université Bordeaux III

Forschungskontakte mit italienischen Universitäten
Università di Bergamo
Università di Bologna
Università di Cassino
Università di Firenze
Università di Padova
Università di Parma
Università di Trieste

Forschungskontakte mit spanischen Universitäten
Universidad Complutense de Madrid
Universidad de Sevilla

Forschungskontakte mit Universitäten in Lateinamerika
Cuba:
Universidad La Habana
Casa de las Américas

Peru:
Universidad Católica del Perú, Lima
Centro de Estudios Rurales Andinos Las Casas, Cuzco
Stiftung Grupo Cultural Yuyachkani, Lima
Universidad Nacional Mayor de San Marcos

Argentinien:
Universidad de Buenos Aires Centro de Estudios CEPED
Universidad de Buenos Aires (UBA)
Universidad Nacional de La Plata
Universidad de la Patagonia

Bolivien:
Universidad de La Paz
Goethe-Institut La Paz

Chile:
Universidad de Chile, Santiago de Chile
Academia de Ciencias, Santiago de Chile
Universidad de Valparaiso

Uruguay:
Universidad de Uruguay

Costa Rica:
Universidad de Costa Rica, San José

Mexiko:
Universidad Michoacana, Morelia, Mexico

Brasilien:
Universidad Estatal de Rio de Janeiro

Forschungskontakte mit Lateinamerika-Zentren außerhalb Lateinamerikas
Latin American Research Center, University of Pittsburgh, USA
Lateinamerika-Zentrum Universität Bratislava, Slovakische Republik
Lateinamerika-Zentrum Universität Warschau, Polen
Consejo Europeo de Estudios Latinoamericanos CEISAL, UNESCO-Wien, Österreich
Ibero-Amerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Universität Szeged, Ungarn

Sonstige Forschungskontakte
Université de Maurice, Mauritius

Informationen zum  Studentenaustausch mit ausländischen Universitäten hier.


Tagungen und Kongresse: Archiv

Informationen zu früheren Tagungen und Kongressen finden Sie hier.

Zum Seitenanfang